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Klingel statt Rampe – ist das schon barrierefrei?

"Bitte klingeln"

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über eine Initiative im Kölner Stadtteil Dellbrück. Dort ist die Haupteinkaufsstraße abschüssig, weswegen die meisten Geschäfte  nur über einige Stufen erreichbar sind. Eine Klingel am Eingang soll nun Rollstuhlfahrern und Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen ermöglichen, Verkäufer zu Hilfe zu rufen. Diese sollen dann dabei behilflich sein, die Stufen zu überwinden.

Die Ladenbesitzer freuen sich, haben sie doch etwas für die Inklusion getan und dabei auch noch Geld gespart; die Funkklingeln kosten nur etwa 100 Euro.

Kritiker finden allerdings, dass die Idee sicherlich nett gemeint sei, mit Barrierefreiheit allerdings nichts zu tun habe. Bei Wind und Wetter draußen warten müssen und hoffen, dass man hineingetragen wird, empfinden manche Rollstuhlfahrer als demütigend. Ganz davon ab lassen sich E-Rollstühle nicht „mal eben“ hochwuchten, auch nicht nur zwei Stufen, da sie etwa 150 kg schwer sind.

Laut § 55 der Bauordnung NRW ist für einen barrierefreien Zugang eindeutig ein stufenlos erreichbarer Eingang vorgeschrieben. Abhilfe schaffen könnten zum Beispiel mobile Rampen, die jedoch vor Ort vom Ordnungsamt bereits bemängelt wurden. Die Frage ist natürlich inwieweit diese Rampen eine Blockade darstellen, wo sie doch lediglich zwei oder drei Minuten aufgebaut sind, während sie in Benutzung sind.

Wie das neue Angebot angenommen wird, wird sich noch zeigen. Es sollte aber auf jeden Fall klar sein, dass eine Klingel einen barrierefreien Zugang bzw. Umbau nicht ersetzen kann.

 

Bild: © Fiedels / Fotolia.com


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