Förderung und Finanzierung

Verschiedenste Kostenträger stehen Ihnen bei Renovierungen und Umbaumaßnahmen für ein barrierefreies Leben zur Seite – gerade dann, wenn nur geringe finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Ob der Staat selber, einzelne Kommunen, Krankenkassen und Pflegekassen: es gibt vielfältige Möglichkeiten, um – abhängig von der jeweiligen Situation – Fördermittel zu beantragen.

Um sich in diesem Bereich zurecht zu finden, bieten wir Ihnen aufbereitete Informationen an:

Kranken- und Pflegekassen

Ob Ihre Kranken- oder Pflegekasse den barrierefreien Umbau bezuschusst, lässt sich leider nicht verallgemeinern, sondern muss mit der Krankenkasse selbst geklärt werden. Da es jede Krankenkasse anders hält mit der Bezuschussung führen wir hier nur zwei Beispiele auf.

Techniker Krankenkasse

Auf der Internetpräsenz der Techniker Krankenkasse finden Sie alle Informationen darüber, ob und wie ein barrierefreier Umbau bezuschusst wird. Grundsätzlich gilt: Eine Zahlung ist nicht bei präventiven Umbaumaßnahmen vorgesehen. Sollten Sie jedoch pflegebedürftig werden, kann ein Zuschuss beantragt werden. Voraussetzung ist, dass kein anderer Träger vorrangig zur Zahlung verpflichtet ist, wie beispielsweise  die Unfallversicherung.

Voraussetzungen lt. Homepage der TK:

  • Ein Umbau macht die häusliche Pflege überhaupt erst möglich oder erleichtert sie erheblich.
  • Er vermeidet eine Überforderung des Pflegebedürftigen und der pflegenden Person.
  • Er trägt dazu bei, dass der Pflegebedürftige weniger auf Pflegekräfte angewiesen ist, also selbstständiger leben kann.

Um die Förderung beantragen zu können, muss Ihnen zunächst der Medizinische Dienst der Krankenversicherung oder eine Pflegefachkraft eine konkrete Umbaumaßnahme empfehlen. Eine ärztliche Verordnung ist nicht notwendig. Im Anschluss nimmt die TK-Pflegeversicherung mit Ihnen den Kontakt auf und berät Sie. Daraufhin müssen Sie über die Baumaßnahme einen Kostenvoranschlag einholen und diesen zusammen mit dem Antrag an die TK senden. Die Pflegeversicherung berechnet danach den möglichen Zuschuss und informiert Sie schriftlich darüber. Maximal ist ein Zuschuss von 4.000 Euro pro Umbaumaßnahme möglich. Sollten später aufrund eines verschlechterten Gesundheitszustandes weitere Maßnahmen erforderlich sein, kann der Zuschuss erneut beantragt werden.

AOK

Auch auf der Internetseite der AOK finden Sie Hinweise darauf, dass barrierefreie Umbaumaßnahmen unter Umständen bezuschusst werden. Grundvoraussetzung ist auch hier, „dass durch die Umbauten die häusliche Pflege ermöglicht, beziehungsweise erleichtert wird.“ Die AOK empfiehlt allerdings, sich mindesten zwei Kostenvoranschläge einzuholen. Diese werden dann zusammen mit dem Antrag eingereicht. Die AOK berät auch in allen Fragen zu barrierefreien Umbauten. Der maximale Zuschuss beträgt bei der AOK 2.557 Euro je Maßnahme.

Sozialhilfe

Wenn Sie Empfänger von Sozialleistungen sind, also Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II (umgangssprachlich auch „Hartz IV“ genannt), kann eine Umbaumaßnahme auch von der Sozialhilfe bezuschusst werden. Das SGB XII, das Sozialgesetzbuch, Zwölftes Buch, sieht in § 71 „Leistungen bei der Beschaffung und zur Erhaltung einer Wohnung, die den Bedürfnissen des alten Menschen entspricht“ vor. Diese Leistung kann aber erst dann geltend gemacht werden, wenn kein anderer Kostenträger zuständig ist.

Bauförderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bietet Privatkunden Möglichkeiten sowohl der Förderung als auch der Finanzierung eines barrierefreien Umbaus. Jede Wohneinheit wird mit bis zu 5.000 Euro bezuschusst. Bedingung: Der Zuschuss beträgt maximal 10 % der förderfähigen Gesamtkosten. Das heißt: Um den maximalen Zuschuss von 5.000 Euro zu erhalten, muss Ihr barrierefreier Umbau 50.000 Euro kosten. 45.000 Euro davon müssen Sie selbst aufbringen. Der kleinste Zuschuss, den die KfW bewilligt, beläuft sich auf 300 Euro. Das heißt Ihr Umbau müsste 3.000 Euro kosten, für den Sie selbst 2.700 Euro tragen müssen. Bei Einzelmaßnahmen verhält es sich ähnlich, jedoch werden pro Einzelmaßnahme 8 % und insgesamt bis zu 4.000 Euro bezuschusst. Weitere Informationen für das Förderprodukt 455 erhalten Sie direkt bei der KfW.

Alternativ können Sie bei der KfW auch sehr günstige Kredite für Umbaumaßnahmen erhalten.

 

Tabellarische Übersicht über mögliche Förderungen

BauvorhabenKFW DarlehenKFW F”örderungenIndividualf”örderung
Neubau Einrichtungx
Umbau Einrichtungx
Neubau MFH EOFx
Umbau MFH EOFxx
Neubau MFHx
Umbau MFHxx
Neubau Wohnhausxx
Um-/Anbau Wohnhausxxx
Neubau Eigentumswohnungxx
Umbau Eigentumswohnungxxx

Bundesländer

In den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich die Fördermöglichkeiten über Zuschüsse oder Darlehen der landeseigenen Förderbanken erheblich. Wie vom Bund (KfW), werden von den Ländern sämtliche Umbaumaßnahmen zur Barrierefreiheit gefördert. Etwa in Nordrhein-Westfalen bietet die NRW-Bank Vermietern ein Null-Prozent-Darlehen für die Reduzierung von Barrieren im Sanitärbereich von Älteren und Pflegebedürftigen.

Rheinland-Pfalz fördert den Aus- oder Umbau mit Darlehen in Höhe von maximal 30 Prozent der Gesamtkosten. Schwerbehinderte Menschen erhalten für ihren barrierefreien Wohnungsumbau pauschal 10.000 Euro. Vermieter eines citynahen Hauses erhalten für einen barrierefreien normgerechten Umbau (DIN 18025-2) von mindestens vier Wohneinheiten einen Zuschuss von 250 Euro/ qm, höchstens aber 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Mecklenburg-Vorpommern bietet Darlehen für barrierefreien Umbau bis zu 250 Euro/ qm.

Weitere Kostenträger

aktion-mensch.de

Die Aktion Mensch e.V. fördert barrierefreie Maßnahmen für freie gemeinnützige Organisationen. Das heißt, dass sie als Privatperson oder als Unternehmen eine solche Förderung nicht in Anspruch nehmen können. Als gemeinnütziger Verein können Sie jedoch mit bis zu 250.000 Euro gefördert werden. Dieser Zuschuss kann jedoch nur gewährt werden, wenn alle anderen Fördermöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Desweiteren müssen mindestens 20 % des Betrags als Eigenmittel selbst aufgebracht werden.

 

Alle Angaben ohne Gewähr.