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A disabled driver using a wheelchair entering his car

Barrierefrei ums Haus – welche Rolle spielen großzügige Parkplätze und schwellenlose Zugänge?

Die körperlichen Beeinträchtigungen nehmen bei den meisten Menschen mit dem Alter zu. Außerdem sind Behinderungen selbst wenn man noch jünger ist nicht ausgeschlossen. Deshalb achten immer mehr junge Leute beim Hausbau auf Barrierefreiheit. Es sind meist nur kleine Maßnahmen, die im höheren Alter oder bei einer Behinderung eine große Wirkung erzielen. Die Verbreiterung des KFZ-Stellplatzes zum Beispiel bringt bei körperlichen Einschränkungen einen entscheidenden Vorteil, da so das Ein- und Aussteigen um einiges erleichtert wird. Dieser Parkplatz sollte mindestens 350 cm breit sein, empfohlen sind allerdings 380 cm. Auch eine Abstellfläche für Rollstuhl, Rollator oder ähnliches kann ohne großen Aufwand eingerichtet werden und dabei sehr nützlich sein. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass Terrassen, Balkone, Gärten usw. groß genug gestaltet werden und größtenteils ohne Treppenstufen zu erreichen sind. Barrieren in Form von Schwellen sollten selbstverständlich vermieden werden. Zudem sind Handläufe sehr hilfreich. Gärten sollten rutschfeste und breite Wege bieten, um für die ausreichende Sicherheit zu sorgen. Unebenheiten können ein Hindernis für körperlich eingeschränkte Menschen sein, also sollten sie so gut wie möglich vermieden werden. Für Hobbygärtner …

Barrierefreier Flur – Was sollte man beachten?

Damit ein Flur barrierefrei ist, muss er laut nullbarriere.de mindestens eine Breite von 120 cm haben. Außerdem muss er eine Ausweichfläche von Minimum 150 cm x 150 cm aufweisen. Ist davon auszugehen, dass sich zwei Rollstuhlfahrer dort begegnen, muss der Flur mindestens 180 cm breit sein. Dies ist in der Din 18040-2 festgelegt. Die Maße für barrierefreie Gänge werden nach den Personen bemessen, die den größten Flächenbedarf haben, das heißt, die Breite des barrierefreien Flures wird auf Rollstuhlfahrer ausgelegt. Weiterhin ist zu beachten, dass keine Stolperfallen vorhanden sind. Einschränkungen der Breite durch Mauervorsprünge, Handläufe, Briefkästen, Feuerlöscher, Schränke usw. sind nicht erlaubt. Durchgänge und Türen müssen eine Mindestbreite von 90 cm haben. Immer mehr Leute werden auf barrierefreie Wohnungen, und somit auch auf barrierefreie Flure, angewiesen sein. Viele Vermieter achten beim Renovieren ihrer Wohnungen gleich darauf, dass sie barrierefrei gestaltet werden. Vor ein paar Jahren waren behindertengerechte Einrichtungen noch relativ selten, doch inzwischen werden es immer mehr. Die Leute haben begriffen, dass barrierefreie Wohnungen Zukunft haben, denn die Menschen werden immer älter und im Alter steigen …

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Die barrierefreie Küche – was gilt es zu beachten?

Wie in jedem Raum, der barrierefrei geplant oder saniert werden soll, muss im ersten  Schritt vor allem an den größeren Platzbedarf gedacht werden. Die Bewegungsflächen vor den Arbeitsbereichen sollten etwa 1,5 mal 1,5 m groß sein. Ausreichend breite Türen, für Rollstuhlfahrer mindestens 90 cm Durchgangslichte, sind auch hier Pflicht. Als Bodenbelag eignen sich zum Beispiel rutschhemmende Fliesen. Diese sind außerdem recht pflegeleicht. Keinesfalls dürfen durch den Bodenbelag elektrostatische Aufladungen entstehen. Die Sockel der Küche sollten hoch- und zurückgesetzt sein, um Platz für die Rollstuhlfußrasten zu schaffen. Die klassische Aufteilung mit Backofen und darüber liegendem Kochfeld ist vor allem für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Praktikabler ist ein  unterfahrbares Kochfeld, also eine Aussparung, so dass die Arbeitsfläche frontal erreicht werden kann und nicht seitlich angefahren werden muss. Dies gilt für alle Arbeitsflächen und nicht nur für das Kochfeld. Induktionskochfelder sind die sichersten, da nicht die Flächen, sondern lediglich die Töpfe heiß werden. Die Höhe der Arbeitsfläche muss auf den Nutzer zugeschnitten sein, bei Lebensgemeinschaften von Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung kann erwägt werden, Arbeitsflächen in unterschiedlicher Höhe einzuplanen, …

Das Schild neben dem Eingang des Gebrauchtwarenhauses

Das Klingelschild für Rollstuhlfahrer – so nicht!

In dem Beitrag vom 10. Juni 2015 geht es um eine Geschäftsstraße in Köln -Dellbrück, die als „Lösung“ für die Barrierefreiheit, Klingelschilder vorsieht, mit denen sich z.B. Rollstuhlfahrer Hilfe herbeiklingeln können, die den Eintritt in die Geschäftsräume ermöglichen sollen. Ein Gebrauchtwarenhaus in Niederbayern scheint sich ein ähnliches Konzept überlegt zu haben. Neben dem Eingang ist eine Klingel sowie ein blaues Hinweisschild mit einem Rohlstuhl-Piktogramm und dem Hinweis „Liebe Rollstuhlfahrer! Bitte sprechen Sie das Personal an oder läuten unten neben dem Eingang. Wir helfen Ihnen gerne dabei ins Haus (sic!) kommen.“ Sicher ist auch hier die Maßnahme gut gemeint, das Schild gibt aber bereits einen Hinweis, warum diese vermeintlich „barrierefreie“ Lösung mehr als problematisch ist: „… läuten UNTEN neben dem Eingang.“ Um das Schild überhaupt erst lesen zu können, müssen sieben Treppenstufen überwunden werden. Ein beschriftetes Klingelschild befindet sich auch erst neben dem Hinweisschild. Unten an der Treppe befindet sich zwar auch ein Schalter, aber es lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob es sich dabei um eine Klingel handelt. Außerdem ist dieser Schalter recht weit oben …

Beispiel eines barrierefreien Badezimmers. Zu sehen sind u.a. ein unterfahrbares Waschbecken, eine Toilette mit Haltegriffen und im Hintergrund eine bodengleiche Dusche mit Sitz.

Grundlegendes für eine barrierefreie Badgestaltung

Im öffentlichen Bereich ist durch diverse DIN-Vorschriften festgelegt, welche baulichen Maßnahmen zu beachten sind, wenn ein Bad barrierefrei gestaltet werden soll. Auch für den privaten Bereich lassen sich diese Vorschriften umsetzen.  Mehr Platz für ein barrierefreies Bad In der DIN-Vorschrift 18040-1 ist der Platzbedarf im barrierefreien Badezimmer geregelt. Der größte Bedarf besteht für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Personen mit Krücken oder Rollatoren. Die Wendefläche für einen Rollstuhlfahrer beträgt 1,50 mal 1,50 Meter, ohne Richtungsänderung beträgt die freie Grundfläche vor sanitären Anlagen 1,20 mal 1,20, Meter – die Flächen dürfen sich überlagern. Am WC sind Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen, um das Umsteigen zu ermöglichen, sind seitlich am WC Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen. Für Durchgänge und Türen muss eine lichte Breite von 90 Zentimetern eingehalten werden. Die erforderliche Grundfläche für ein barrierefreies Bad mit Dusche und WC beträgt mindestens 3,2 und für Rollstuhlfahrer 5,4 Quadratmeter. Ein Badezimmer ist erst dann barrierefrei, wenn für Menschen mit Behinderung frei zugänglich ist. Es reicht daher nicht, einfach nur mehr Platz einzuplanen. Menschen mit motorischen Einschränkungen haben individuelle …