Autor: Miriam Müller

Doctor's hand holding a wrinkled elderly hand

Der elektronische Schutzengel: Dementenschutzsystem Raphael

Aus dem Hause Martin Electronic Systems stammen die sogenannten Schutzengelsysteme. Raphael, so der Name der Produktserie, bietet ein GPS-System, das dabei hilft ältere und auch demente Menschen vor Notsituationen zu bewahren. Raphael gibt es so wohl für den heimischen Gebrauch als auch als System für Einrichtungen. Das Prinzip ist dasselbe. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Hausnotrufsystem, das ein aktives betätigen eines Knopfes erfordert, läuft bei den Raphael Schutzengelsystemen alles automatisch: Die ältere oder demente Person trägt am Körper einen GPS-Sender am Körper, beispielsweise in Form einer Armbanduhr oder am Gürtel. Verschiedene Sensoren und Bewegungsmelder können nun in der Wohnung platziert werden. Bei ungewöhnlichen Aktivitäten kann dann vom System ein Alarm ausgelöst werden, der die nächsten Verwandten benachrichtigt. Ein Beispiel: Herr Steffens betritt sein Badezimmer. Dies wird durch den Sensor erfasst. Beim Verlassen jedoch stürzt er und kommt nicht mehr alleine auf die Beine. Das GPS-System registriert nun außergewöhnlich lang keine Bewegungen mehr und löst deshalb einen Alarm aus und sendet eine SMS an die Tochter von Herrn Steffens. Die macht sich sofort auf den Weg, findet ihren …

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Die barrierefreie Küche – was gilt es zu beachten?

Wie in jedem Raum, der barrierefrei geplant oder saniert werden soll, muss im ersten  Schritt vor allem an den größeren Platzbedarf gedacht werden. Die Bewegungsflächen vor den Arbeitsbereichen sollten etwa 1,5 mal 1,5 m groß sein. Ausreichend breite Türen, für Rollstuhlfahrer mindestens 90 cm Durchgangslichte, sind auch hier Pflicht. Als Bodenbelag eignen sich zum Beispiel rutschhemmende Fliesen. Diese sind außerdem recht pflegeleicht. Keinesfalls dürfen durch den Bodenbelag elektrostatische Aufladungen entstehen. Die Sockel der Küche sollten hoch- und zurückgesetzt sein, um Platz für die Rollstuhlfußrasten zu schaffen. Die klassische Aufteilung mit Backofen und darüber liegendem Kochfeld ist vor allem für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Praktikabler ist ein  unterfahrbares Kochfeld, also eine Aussparung, so dass die Arbeitsfläche frontal erreicht werden kann und nicht seitlich angefahren werden muss. Dies gilt für alle Arbeitsflächen und nicht nur für das Kochfeld. Induktionskochfelder sind die sichersten, da nicht die Flächen, sondern lediglich die Töpfe heiß werden. Die Höhe der Arbeitsfläche muss auf den Nutzer zugeschnitten sein, bei Lebensgemeinschaften von Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung kann erwägt werden, Arbeitsflächen in unterschiedlicher Höhe einzuplanen, …

Das Schild neben dem Eingang des Gebrauchtwarenhauses

Das Klingelschild für Rollstuhlfahrer – so nicht!

In dem Beitrag vom 10. Juni 2015 geht es um eine Geschäftsstraße in Köln -Dellbrück, die als „Lösung“ für die Barrierefreiheit, Klingelschilder vorsieht, mit denen sich z.B. Rollstuhlfahrer Hilfe herbeiklingeln können, die den Eintritt in die Geschäftsräume ermöglichen sollen. Ein Gebrauchtwarenhaus in Niederbayern scheint sich ein ähnliches Konzept überlegt zu haben. Neben dem Eingang ist eine Klingel sowie ein blaues Hinweisschild mit einem Rohlstuhl-Piktogramm und dem Hinweis „Liebe Rollstuhlfahrer! Bitte sprechen Sie das Personal an oder läuten unten neben dem Eingang. Wir helfen Ihnen gerne dabei ins Haus (sic!) kommen.“ Sicher ist auch hier die Maßnahme gut gemeint, das Schild gibt aber bereits einen Hinweis, warum diese vermeintlich „barrierefreie“ Lösung mehr als problematisch ist: „… läuten UNTEN neben dem Eingang.“ Um das Schild überhaupt erst lesen zu können, müssen sieben Treppenstufen überwunden werden. Ein beschriftetes Klingelschild befindet sich auch erst neben dem Hinweisschild. Unten an der Treppe befindet sich zwar auch ein Schalter, aber es lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob es sich dabei um eine Klingel handelt. Außerdem ist dieser Schalter recht weit oben …

Zu sehen ist ein Bad mit viel Platz zum umfahren der Badewanne. An der Badewanne befinden sich Einstiegshilfen. Der Waschtisch ist unterfahrbar. Das Ambiente wirkt besonders edel durch eingelassene Lichtelemente.

Krankenhaus-Look war gestern – edle Ausstattung für barrierefreie Badezimmer

Noch immer ist es ein weit verbreitetes Vorurteil, dass barrierefreie Gestaltung und edles Ambiente nicht zusammenpassen. Viele Menschen denken bei behindertengerechten Toiletten an weiße Fliesen, erhöhte Toilettenschüsseln und Haltegriffen in der Dusche. Doch damit ist es nicht unbedingt getan. Mit einer ordentlichen Vorplanung gelingt es wahre Wellnesstempel zu erschaffen – absolut barrierefrei. Rutschfeste Fliesen gibt es in allen Farben und Formen – nicht nur im typischen „Krankenhaus“-Weiß. Bodengleiche Duschen erleichtern den Zugang nicht nur für Rollstuhlfahrer sondern auch für ältere und gehbehinderte Menschen. Wenn genügend Platz eingeplant wurde, können Haltegriffe und klappbare Sitze auch erst dann nachgerüstet werden, wenn sie vonnöten sind. Für absolute Barrierefreiheit müssen die Waschbecken unterfahrbar sein, es gibt aber auch Lösungen, bei denen die Becken höhenverstellbar sind. Auch Toiletten gibt es mittlerweile als höhenverstellbare Variante, Haltegriffe für eine erleichterte Benutzung sind einzuplanen. Bild: © Erlau

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Linguatec – der Voice Reader fürs Netz und für Zuhause

Einen Beitrag zur Barrierefreiheit im Netz leistet spezielle Software. In Sachen Sprachtechnologie ist besonders Linguatec positiv hervorzuheben, da die Sprachqualität sehr gut und die Phonetik sehr natürlich ist. Für den privaten Anwender zu Hause gibt es Voice Reader Home, eine Software, die z.B. Word-Dokumente und E-Mails vorlesen kann. Voice Reader Web sollte sich jeder anschauen, der seine eigene Webpräsenz barrierefrei gestalten möchte, auch jenseits von Screenreadern. Die Lizenz gilt für ein Jahr und erlaubt, das Programm auf der eigenen Seite zu integrieren. Via Knopfdruck öffnet sich daraufhin einer von drei Playern: 1. ein eingebetteter Player, 2. ein schwebender Player, der sich in einem frei verschiebbaren Fenster auf der eigenen Seite öffnen oder 3. ein Pop-up-Player, der sich in einem eigenen separaten Fenster öffnet. Die Lizenz kostet 270 Euro für ein Jahr. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite von Linguatec. http://www.linguatec.net/ Bild: © Linguatec

Beispiel eines barrierefreien Badezimmers. Zu sehen sind u.a. ein unterfahrbares Waschbecken, eine Toilette mit Haltegriffen und im Hintergrund eine bodengleiche Dusche mit Sitz.

Grundlegendes für eine barrierefreie Badgestaltung

Im öffentlichen Bereich ist durch diverse DIN-Vorschriften festgelegt, welche baulichen Maßnahmen zu beachten sind, wenn ein Bad barrierefrei gestaltet werden soll. Auch für den privaten Bereich lassen sich diese Vorschriften umsetzen.  Mehr Platz für ein barrierefreies Bad In der DIN-Vorschrift 18040-1 ist der Platzbedarf im barrierefreien Badezimmer geregelt. Der größte Bedarf besteht für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Personen mit Krücken oder Rollatoren. Die Wendefläche für einen Rollstuhlfahrer beträgt 1,50 mal 1,50 Meter, ohne Richtungsänderung beträgt die freie Grundfläche vor sanitären Anlagen 1,20 mal 1,20, Meter – die Flächen dürfen sich überlagern. Am WC sind Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen, um das Umsteigen zu ermöglichen, sind seitlich am WC Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen. Für Durchgänge und Türen muss eine lichte Breite von 90 Zentimetern eingehalten werden. Die erforderliche Grundfläche für ein barrierefreies Bad mit Dusche und WC beträgt mindestens 3,2 und für Rollstuhlfahrer 5,4 Quadratmeter. Ein Badezimmer ist erst dann barrierefrei, wenn für Menschen mit Behinderung frei zugänglich ist. Es reicht daher nicht, einfach nur mehr Platz einzuplanen. Menschen mit motorischen Einschränkungen haben individuelle …

Ein Rollstuhl vor einem Bett

Ein barrierefreies Schlafzimmer planen

Bei der Gestaltung einer barrierefreien Umgebung darf natürlich auch das Schlafzimmer nicht vergessen werden. Es ist vor allem mehr Platz einzuplanen, als bei einem Schlafzimmer, bei dem nicht auf Barrierefreiheit geachtet wird. Außerdem kommt es auf besonders geeignetes Mobiliar an. Was gilt es grundsätzlich zu beachten? Die DIN 18025 regelt den Platzbedarf im Schlafzimmer, daher kann sie als Richtlinie für die Planung genutzt werden. Folgende Punkte gilt es zu beachten: Türen: Mindestbreite von 80 cm, für Rollstuhlfahrer 90 cm, bei wenig Platz sind Schiebetüren eine mögliche Lösung. Platzbedarf vor und hinter den Türen: Ausreichende Bewegungs- und Rangierflächen einplanen. Platzbedarf entlang der Betteinstiegsseite: für Rollstuhlfahrer mindestens 1,50 m Breite, Gehbehinderten reicht zumeist eine Breite von 1,20 m. Platzbedarf vor Betten, Kommoden und Schränken: mindestens 90 cm Breite, für Rollstuhlfahrer müssen auch hier wieder  1,50 m für die frontale Anfahrt eingeplant werden. Betthöhe: Ein beequemes Aus- und Einsteigen muss gewährleistet sein, daher sollte die Oberkante der Matratze nicht höher als 55 cm über dem Fußboden liegen. Hilfreich sind außerdem zusätzliche Halter, die den Ein- und Ausstieg erleichtern. Je nach Konstitution bieten sind auch …

"Bitte klingeln"

Klingel statt Rampe – ist das schon barrierefrei?

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über eine Initiative im Kölner Stadtteil Dellbrück. Dort ist die Haupteinkaufsstraße abschüssig, weswegen die meisten Geschäfte  nur über einige Stufen erreichbar sind. Eine Klingel am Eingang soll nun Rollstuhlfahrern und Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen ermöglichen, Verkäufer zu Hilfe zu rufen. Diese sollen dann dabei behilflich sein, die Stufen zu überwinden. Die Ladenbesitzer freuen sich, haben sie doch etwas für die Inklusion getan und dabei auch noch Geld gespart; die Funkklingeln kosten nur etwa 100 Euro. Kritiker finden allerdings, dass die Idee sicherlich nett gemeint sei, mit Barrierefreiheit allerdings nichts zu tun habe. Bei Wind und Wetter draußen warten müssen und hoffen, dass man hineingetragen wird, empfinden manche Rollstuhlfahrer als demütigend. Ganz davon ab lassen sich E-Rollstühle nicht „mal eben“ hochwuchten, auch nicht nur zwei Stufen, da sie etwa 150 kg schwer sind. Laut § 55 der Bauordnung NRW ist für einen barrierefreien Zugang eindeutig ein stufenlos erreichbarer Eingang vorgeschrieben. Abhilfe schaffen könnten zum Beispiel mobile Rampen, die jedoch vor Ort vom Ordnungsamt bereits bemängelt wurden. Die Frage ist natürlich inwieweit diese Rampen …