Monate: Juni 2015

Zu sehen ist ein Bad mit viel Platz zum umfahren der Badewanne. An der Badewanne befinden sich Einstiegshilfen. Der Waschtisch ist unterfahrbar. Das Ambiente wirkt besonders edel durch eingelassene Lichtelemente.

Krankenhaus-Look war gestern – edle Ausstattung für barrierefreie Badezimmer

Noch immer ist es ein weit verbreitetes Vorurteil, dass barrierefreie Gestaltung und edles Ambiente nicht zusammenpassen. Viele Menschen denken bei behindertengerechten Toiletten an weiße Fliesen, erhöhte Toilettenschüsseln und Haltegriffen in der Dusche. Doch damit ist es nicht unbedingt getan. Mit einer ordentlichen Vorplanung gelingt es wahre Wellnesstempel zu erschaffen – absolut barrierefrei. Rutschfeste Fliesen gibt es in allen Farben und Formen – nicht nur im typischen „Krankenhaus“-Weiß. Bodengleiche Duschen erleichtern den Zugang nicht nur für Rollstuhlfahrer sondern auch für ältere und gehbehinderte Menschen. Wenn genügend Platz eingeplant wurde, können Haltegriffe und klappbare Sitze auch erst dann nachgerüstet werden, wenn sie vonnöten sind. Für absolute Barrierefreiheit müssen die Waschbecken unterfahrbar sein, es gibt aber auch Lösungen, bei denen die Becken höhenverstellbar sind. Auch Toiletten gibt es mittlerweile als höhenverstellbare Variante, Haltegriffe für eine erleichterte Benutzung sind einzuplanen. Bild: © Erlau

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Linguatec – der Voice Reader fürs Netz und für Zuhause

Einen Beitrag zur Barrierefreiheit im Netz leistet spezielle Software. In Sachen Sprachtechnologie ist besonders Linguatec positiv hervorzuheben, da die Sprachqualität sehr gut und die Phonetik sehr natürlich ist. Für den privaten Anwender zu Hause gibt es Voice Reader Home, eine Software, die z.B. Word-Dokumente und E-Mails vorlesen kann. Voice Reader Web sollte sich jeder anschauen, der seine eigene Webpräsenz barrierefrei gestalten möchte, auch jenseits von Screenreadern. Die Lizenz gilt für ein Jahr und erlaubt, das Programm auf der eigenen Seite zu integrieren. Via Knopfdruck öffnet sich daraufhin einer von drei Playern: 1. ein eingebetteter Player, 2. ein schwebender Player, der sich in einem frei verschiebbaren Fenster auf der eigenen Seite öffnen oder 3. ein Pop-up-Player, der sich in einem eigenen separaten Fenster öffnet. Die Lizenz kostet 270 Euro für ein Jahr. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite von Linguatec. http://www.linguatec.net/ Bild: © Linguatec

Beispiel eines barrierefreien Badezimmers. Zu sehen sind u.a. ein unterfahrbares Waschbecken, eine Toilette mit Haltegriffen und im Hintergrund eine bodengleiche Dusche mit Sitz.

Grundlegendes für eine barrierefreie Badgestaltung

Im öffentlichen Bereich ist durch diverse DIN-Vorschriften festgelegt, welche baulichen Maßnahmen zu beachten sind, wenn ein Bad barrierefrei gestaltet werden soll. Auch für den privaten Bereich lassen sich diese Vorschriften umsetzen.  Mehr Platz für ein barrierefreies Bad In der DIN-Vorschrift 18040-1 ist der Platzbedarf im barrierefreien Badezimmer geregelt. Der größte Bedarf besteht für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Personen mit Krücken oder Rollatoren. Die Wendefläche für einen Rollstuhlfahrer beträgt 1,50 mal 1,50 Meter, ohne Richtungsänderung beträgt die freie Grundfläche vor sanitären Anlagen 1,20 mal 1,20, Meter – die Flächen dürfen sich überlagern. Am WC sind Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen, um das Umsteigen zu ermöglichen, sind seitlich am WC Bewegungsflächen von 90 mal 70 Zentimetern vorzusehen. Für Durchgänge und Türen muss eine lichte Breite von 90 Zentimetern eingehalten werden. Die erforderliche Grundfläche für ein barrierefreies Bad mit Dusche und WC beträgt mindestens 3,2 und für Rollstuhlfahrer 5,4 Quadratmeter. Ein Badezimmer ist erst dann barrierefrei, wenn für Menschen mit Behinderung frei zugänglich ist. Es reicht daher nicht, einfach nur mehr Platz einzuplanen. Menschen mit motorischen Einschränkungen haben individuelle …

Ein Rollstuhl vor einem Bett

Ein barrierefreies Schlafzimmer planen

Bei der Gestaltung einer barrierefreien Umgebung darf natürlich auch das Schlafzimmer nicht vergessen werden. Es ist vor allem mehr Platz einzuplanen, als bei einem Schlafzimmer, bei dem nicht auf Barrierefreiheit geachtet wird. Außerdem kommt es auf besonders geeignetes Mobiliar an. Was gilt es grundsätzlich zu beachten? Die DIN 18025 regelt den Platzbedarf im Schlafzimmer, daher kann sie als Richtlinie für die Planung genutzt werden. Folgende Punkte gilt es zu beachten: Türen: Mindestbreite von 80 cm, für Rollstuhlfahrer 90 cm, bei wenig Platz sind Schiebetüren eine mögliche Lösung. Platzbedarf vor und hinter den Türen: Ausreichende Bewegungs- und Rangierflächen einplanen. Platzbedarf entlang der Betteinstiegsseite: für Rollstuhlfahrer mindestens 1,50 m Breite, Gehbehinderten reicht zumeist eine Breite von 1,20 m. Platzbedarf vor Betten, Kommoden und Schränken: mindestens 90 cm Breite, für Rollstuhlfahrer müssen auch hier wieder  1,50 m für die frontale Anfahrt eingeplant werden. Betthöhe: Ein beequemes Aus- und Einsteigen muss gewährleistet sein, daher sollte die Oberkante der Matratze nicht höher als 55 cm über dem Fußboden liegen. Hilfreich sind außerdem zusätzliche Halter, die den Ein- und Ausstieg erleichtern. Je nach Konstitution bieten sind auch …

"Bitte klingeln"

Klingel statt Rampe – ist das schon barrierefrei?

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über eine Initiative im Kölner Stadtteil Dellbrück. Dort ist die Haupteinkaufsstraße abschüssig, weswegen die meisten Geschäfte  nur über einige Stufen erreichbar sind. Eine Klingel am Eingang soll nun Rollstuhlfahrern und Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen ermöglichen, Verkäufer zu Hilfe zu rufen. Diese sollen dann dabei behilflich sein, die Stufen zu überwinden. Die Ladenbesitzer freuen sich, haben sie doch etwas für die Inklusion getan und dabei auch noch Geld gespart; die Funkklingeln kosten nur etwa 100 Euro. Kritiker finden allerdings, dass die Idee sicherlich nett gemeint sei, mit Barrierefreiheit allerdings nichts zu tun habe. Bei Wind und Wetter draußen warten müssen und hoffen, dass man hineingetragen wird, empfinden manche Rollstuhlfahrer als demütigend. Ganz davon ab lassen sich E-Rollstühle nicht „mal eben“ hochwuchten, auch nicht nur zwei Stufen, da sie etwa 150 kg schwer sind. Laut § 55 der Bauordnung NRW ist für einen barrierefreien Zugang eindeutig ein stufenlos erreichbarer Eingang vorgeschrieben. Abhilfe schaffen könnten zum Beispiel mobile Rampen, die jedoch vor Ort vom Ordnungsamt bereits bemängelt wurden. Die Frage ist natürlich inwieweit diese Rampen …